von Birte Nienaber, Universität des Saarlandes

1. Einleitung

Litauen ist mit 3,4 Mio. Einwohnern das bevölkerungsreichste Land des Baltikums. Mit der Unabhängigkeit des Staates von der Sowjetunion (1991) veränderte sich nicht nur die politische Situation des Landes, sondern auch seine wirtschaftlichen und sozio-demographischen Strukturen.

Anfang der 1990er Jahre geriet Litauen in eine wirtschaftliche Rezession. Die engen wirtschaftlichen Verflechtungen zu Russland und die Integration in das sowjetische Wirtschaftssystem wurden durch die Unabhängigkeit und die neue Orientierung der Wirtschaft hin zu einer Marktwirtschaft verändert.

Die vormalig staatlichen Betriebe wurden privatisiert. Aufgrund dieser tief greifenden Transformation kam es zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Mitte der 1990er Jahre begann sich die Wirtschaft in Litauen zu erholen, ehe 1998/1999 die sog. Russlandkrise auch die litauische Ökonomie in eine erneute Krise führt.

Aus dieser Krise erholt sich Litauen seitdem sehr rasch. Man spricht daher auch in Anlehnung an die Tigerstaaten Südost-Asiens oder dem „keltischen Tiger“ Irland von Litauen als dem „Baltischen Tiger“. Das Land weist die schnellsten Reformen in den baltischen Staaten nach der Krise auf. Die Arbeitslosigkeit sinkt seit dieser Zeit. Die wirtschaftliche und politische Transformation sind mindestens seit dem Beitritt zur NATO und EU 2004 weitestgehend abgeschlossen. Die Transformation der sozio- demographischen Strukturen dauert hingegen weiter an.

Dieser Artikel will die derzeitigen Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur Litauens unter besonderer Berücksichtigung der Emigration analysieren.

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