von Jochen Kubiniok, Universität des Saarlandes

1.Waldsterben

Der Begriff Waldsterben wurde in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts als Ausdruck für die Veränderung Deutscher und Europäischer Waldökosysteme geprägt. Er stellt zum damaligen Zeitpunkt die mediale, öffentlichkeitswirksame Umsetzung rund 10jähriger wissenschaftlicher Messreihen der Universität Göttingen unter Leitung von Prof. Dr. Ulrich im Solling ( Ulrich et al 1979, Ulrich 1981) dar, die eine extrem hohe atmogene Säure- und Stickstoffbelastung sowie eine daraus resultierende Destabilisierung mitteleuropäischer Waldökosysteme belegten.

1.1 Veränderung der Waldökosysteme in den Medien

Das Thema der Veränderung der mitteleuropäischen Waldökosysteme (Waldsterben) wird von den Medien seit etwa Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts in die Öffentlichkeit transportiert. Es verwundert nicht, dass Beiträge zu diesem Thema in Wahlkampfphasen besonders häufig publiziert werden.

Dies gilt insbesondere für das Jahr 1983. Schlagzeilen in der Wochenzeitschrift „Der Spiegel“ wie :“ Wer den Wald liebt, muss beten“ oder „Wir stehen vor einem ökologischen Hiroshima“ vermittelten der breiten Öffentlichkeit apokalyptische Zukunftsszenarien eines totalen Waldsterbens. Von Umweltorganisationen wurde ein direkter Bezug zwischen dem Gesundheitszustand der Bevölkerung und dem Zustand der Waldökosysteme hergestellt, der in Slogan wie :“Erst stirbt der Wald, dann stirbt der Mensch“ gipfelten (Wack 2005). Inzwischen ist eine Versachlichung der Pressedarstellungen zu beobachten, die jedes Jahr als Konsequenz der Waldschadensberichte der Länder- und Bundesregierung erscheinen.

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